Der nächste religionsphilosophische Salon
29. Dezember 2009 | Von CM | Kategorie: Der Religionsphilosophische Salon, Neue Lebensformen, TermineDas nächste Treffen “Gespräche im Salon” findet am FREITAG, den 12. März 2010, um 19 Uhr statt.
Das Thema: Eine ethische Basis für ALLE Menschen? Die sogenannte “Goldene Regel”. Gäste wie immer willkommen. Anmeldung bitte: christian.modehn@berlin.de
Durch die Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong (London) wird jetzt mit Nachdruck daran erinnert, dass Religionen sich vom Ursprung her als praktische Lebensorientierung verstanden haben. “Buddha, Konfuzius und Jesus halten Metaphysik und Theologie eindeutig für schädlich”, so in Lettre 2009/84, S. 71. Nicht nur Karen Armstrong, viele andere Philosophen und Religionswissenschaftler weisen darauf hin: “Die Goldene Regel ist die gemeinsame Basis großer spiritueller Traditionen. “Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht”, heißt es in der jüdischen Tradition, “das ist das ganze Gesetz (Thora), und alles andere ist nur die Erläuterung”.
Wir wollen fragen: Inwiefern weckt die Goldene Regel Empathie? Wie leben unterschiedliche Menschen unterschiedlicher Kulturen auf dieser Basis zusammen? Wie ist die philosophische Kritik an der goldenen Regel (etwa durch Kant) zu bewerten?
Im Salon im Februar 2010 sprachen wir über die Frage: Wer ist ein Weltbürger? Diese einzelnen Themen wurden besprochen und werden uns weiter beschäftigen: Wie ist die Menschheit als EINE Menschheit zu denken? Ist der Kosmoplit die wahre Alternative zu Bindungen an nationalstaatliche Herkünfte und Verpflichtungen? Wie nimmt der Weltbürger sein Engagement für die “Welt” wahr? Worin liegt der Unterschied zu einem Vertreter der imperialen Kultur (etwa der USA), der den kulturellen Zwängen des Imperiums folgt, und einem Weltbürger? Wie kann der Weltbürger seine praktische Verantwortung für die noch unmenschlich lebenden Menschen (etwa in der sogen. “Dritten Welt”) leben? Die Philosophin Martha Nussbaum (USA) macht den Vorschlag: Nationen sollten sich heute nicht nur für ihre eigenen Bürger, sondern für die Sicherung der Grundfähigkeiten aller (!) Menschen zuständig fühlen. Martha Bussbaum bietet in ihrer Ethik eine Begründung für die Einheit der Menschheit, sie kann die Basis sein für eine kosmopolitische Philosophie.
